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Lower Antelope Canyon

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Heute fing der Tag wieder ausgeruht an. Wir konnten ausschlafen und waren auch gut erholt. Dazu kam der herrlich blaue Himmel, der die Vorfreude auf den Antelope Canyon noch verstärkte. Wir fuhren also wieder zum Meilenstein 299 des Highways 98. Heute war dann auch der Lower Antelope Canyon geöffnet und wir zahlten die 42$ und warteten auf die notwendige „Führung“ zum 100m entfernten Eingang zum Canyon. Die Gebühr muss im übrigend in bar oder Reisechecks gezahlt werden – Kreditkarten werden nicht akzeptiert. Die Navajo kontrollieren so die Anzahl der Menschen im Canyon.

Als wir dann in den Canyon einstiegen wurde uns schon ein wenig mulmig. Es ist dort sehr eng und man gleitet langsam in die Enge hinein. Der Einsteigeprozess und die ersten Schritte dauerten recht lange, man muss ja genug Abstand auf den Vordermann gewinnen, um ihn nicht ständig auf seinen Fotos zu haben und umgekehrt.

Der Canyon selbst ist wie gesagt sehr eng und vielleicht 500m lang. Breiter als 3m wird es nie, eher gerade so eng, dass man genau einen Fuss auf den Boden setzen kann. Hier kann man herrlich sehen, wie das Wasser seinen Weg durch den Stein geschliffen hat. Das ist total faszinierend, denn nach jeder Windung sieht man neue bizarre Formen aus Stein. Hier sind 1997 17 Menschen bei einer Springflut ums Leben gekommen. Kein Wunder – wer hier vom Wasser überrascht wird, hat keine Chance. Die Lichtspiele im Canyon sind beindruckend und man kommt mit dem Fotografieren gar nicht mehr nach. Nachdem wir uns ca. 1,5 Stunden durch den Canyon gequetscht hatten, kamen wir unweit der Einstiegsstelle wieder heraus.

Dieses Erlebnis vergisst man so schnell nicht wieder – das ist definitv das hohe Eintrittsgeld wert. Im Lower Antelope Canyon kann man sich beliebig lange aufhalten. Im Upper Antelope Canyon werden zur Zeit nur Touren von den Navajos durchgeführt. Dort finden Fotografen um die Mittagszeit senkrecht einfallende Lichtkegel vor, die zu faszinierenden Aufnahmen animieren. Am Canyon wird übrigens nach Arizona Zeit gearbeitet.


Horseshoe Bend

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Da wir schon um 10:30 Uhr aus dem Antelope Canyon herausgekommen waren, sind wir dann noch schnell zum Horseshoe Bend gefahren, einer Schleife des Colorado River, den man am Meilenstein 545 des Highways 89 findet (ca. 5 Meilen südlich von Page). Mitlerweile gibt es hier auch ein Schild und einen Parkplatz, den wir schon voll vorfanden. Können aber auch Zuschauer des in der Nähe stattfindenen ATV Rennens gewesen sein. Man läuft ca. einen Kilometer vom Parkplatz zum Bend, an dem sich der River in Hufeisenform um einen riesigen Felsen herumwindet. Hier sieht man prima, wie der Fluss die Landschaft gestaltet hat.

Da es hier jetzt auch nicht viel mehr zu sehen gab, machten wir uns so langsam auf den Weg zum Grand Canyon. Dazu fährt man die Route 89 Richtung Süden, bis man bei Cameron auf die Route 64 abbiegt. Wer auf dieser Strecke jemals etwas erlebt hat, kann sich gerne bei uns melden … das war eines der langweiligsten Stücke Strasse, das wir bisher gesehen hatten. Das mag auch von unserer Sättigung an Steinen liegen.


Grand Canyon Nationalpark

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Wir kamen also von Osten in den Grand Canyon. Es waren beide Einlasshäuschen geöffnet. Soweit so gut. Die Dame am Schalter empfahl uns, zuerst den Desert View Point anzufahren, dort gäbe es auch Services.

Und hier traf uns dann auch der Schlag. Hier lebt der Massentourismus! Und heute war der optimale Tag dafür – ein riesiger Parkplatz voll mit Autos, WoMos und Bussen. Am Aussichtpunkte gab es eine Schlange für Leute, die sich vor der Kulisse ablichten lassen wollten. Da wir ja aus unserer Erfahrung gelernt hatten, suchten wir einen kleinen Seitenweg und waren nach wenigen Schritte fast allein – wie bisher überall! Ist schon interessant … wo kein Schlid steht findet man auch keine Amerikaner. Schon irgendwie komisch.

Die Kulisse ist natürlich gigantisch, tief unten windet sich der Colorado River durch das von ihm selbst geschaffene Tal. Der Canyon ist extrem weit. Nachdem wir ja schon im Canyonlands Nationalpark in solch einen Canyon geschaut hatten, war das jetzt nicht mehr wirklich neu – trotzdem aber extrem beeindruckend.

Naja, wir beschlossen folgendes Vorgehen: Wir wollten zuerst eine kleine Foto Tour über die einzelnen View-Punkte machen, dann die Visitor Plaza ansehen, einen schönen Punkt für den Sonnenuntergang finden, nach Tusayan fahren, einchecken, essen und dann den Sonnenuntergang sehen.

Gedacht, getan. Im Abklappern von Viewpoints hatten wir ja mitlerweile Routine. So gelangten wir schneller zum Visitor Center als von der Strasse dort auf einen Parkplatz. Am Visitor Center stellten wir dann fest, dass es hier genauso viele Ranger gab, denen man Fragen stellen konnte, wie auch im Death Valley. Es scheinen nicht wirklich viele Besucher nach guten Wanderungen zu fragen. Wie auch mit Badelatschen? Jedenfalls mussten wir uns auch nicht anstellen, einer der beiden Ranger hatte sofort Zeit und empfahl uns einen Lieblings-Sonnenuntergangspunkt. Wir machten uns also auf den Weg nach Tusayan, wo die Red Feather Lodge auf uns wartete.


Sonnenuntergang am Grand Canyon

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Wie auch eine üble Überraschung: Vor dem Südeingang begann die elend lange PKW-Schlange, die sich bis vor unser Hotel im 2 Meilen entfernten Tusayan zog. Wir blieben trotzdem frohen Mutes und checkten ein. Danach suchten wir noch ein Plätzchen zum futtern. Hierbei wurde uns dann dringend empfohlen, uns in die Schlange zu stellen, wenn wir denn den Sonnenuntergang sehen wollten. Die kleine Wanderung bis zu unserem Sunsetpoint hatten wir schon geknickt.

Also gings wieder ins Auto und zu erst einmal zum Flughafen um uns bestätigen zu lassen, dass mit unserem morgigen Flug alles OK war. Vor dort gings dann direkt in die Schlange und 1,5 Stunden später waren wir wieder im Park und … suchten wieder einen Parkplatz. Ein kurzer Spaziergang führte uns an die empfohlene Stelle zwischen dem Beginn der Hermits Road und dem Trailview Overlook. Ein bisschen über die Wegbegrenzung und schon ist man direkt am Rand des Canyons. Einen Schritt weiter geht es 1000m steil bergab.

Wir waren gänzlich allein. Der Sonnenuntergang war wunderschön, das Licht wechselte von gelb nach rot und die Farbe der Steine änderte sich permanent. Ein tolles Schauspiel und sehr romantisch. Auch die im Stau aufgezogenen Wolken verschwanden rechtzeitig wieder bzw die beleuchteten Wolken sahen auch toll aus.

Auch unserem Rückweg vom Canyon reihten wir uns dann wieder in die Schlange der Sunset Viewer ein. Gleiches Schaupiel wie zuvor nur in die andere Richtung und etwas schneller.

Zu Essen gabs dann was von McDonald´s … liegt direkt gegenüber – war zwar nicht unsere favorisierte Burgerbude, dort gab es aber keine Schlange wie sonst überall und wir waren hungrig.


Wrap up

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Gefahrene Meilen: 187
Hotel: Red Feather Lodge Tusayan (naja, es ist in Tusayan, sauber, gut, teuer).

Eindrücke Alex:
Nach einem angenehmen Aufenthalt wurden wir wieder mit einem neuen herrlichen Tag begrüßt – das hob direkt die Stimmung und die Hoffnung stieg, dass der Lower Antelope Canyon nicht geschlossen war und auch genügend Licht in diesen Canyon kam. Das, was wir dort erlebten ist unbeschreiblich – wunderschön wie Felsen durch Wasser so geschliffen werden können (welche Kraft Wasser haben kann) – und alles so fein und malerisch aussieht und wirkt. Hier kann man nur Staunen und versuchen schöne Fotos zu machen. Den Horseshoe Bend ist auch sehr sehenswert und wer etwas Zeit hat – sehr zu empfehlen, wir haben zwar versucht ein Foto mit der ganzen Coloardokurve zu knipsen – ist aber fast unmöglich (ohne Sonderaussattung).
Weiter ging es dann nun zum Grand Canyon – ein beeindruckender Canyon und diese Weite und Tiefe ist unbeschreiblich. Meine Erwartung bezüglich des Tourismus an diesem Tag wurde voll und ganz bestätigt und entsprechend gelassen sahen wir den Massen entgegen. Als jedoch die Zeit uns dann etwas wegrannte als wir im Stau zum Sonnenuntergang standen wurde ich doch etwas kribblig – jedoch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang am Canyon, den wir ganz für uns alleine hatten belohnt! Es war einfach wunderschön!

Eindrücke Mike:
Ein toller Canyon mit faszinierenden Lichspielen und unser letzter National Park. Wieder ein sehr schöner Tag und das schlechte Wetter vom gestrigen Fahrtag war auch verschwunden … optimal. Was wir ein Glück mit dem Wetter hatten!
Der Grand Canyon ist schon ein beindruckendes Naturschauspiel. Es ist der am besten erschlossene National Park. Und am Memorial-Day-Wochenende ist das die Hölle. Weicht man aber einen Meter vom vorgegeben Weg ab oder fragt die Ranger nach guten Tips, kann man hier auch an solch einem Tag seine Ruhe haben. Leider konnten wir heute nicht viel wandern … vielleicht morgen nach unserem Flug. Beim nächsten Mal haben wir den National Park aber wieder mit drin … vielleicht mit campen und raften am Fluss?

USA Westen 2006


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