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Arches National Park |

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Nach
einer kurzen Nacht im Zimmer, in dem schon John Wayne nächtigte, mussten wir
zunächst einmal die Lage sondieren. Das Apache Motel bietet außer der Story mit
dem längst verstorbenen Westernhelden nicht wirklich viele Annehmlichkeiten.
Man hatte uns sogar ein Bild gezeigt, auf dem Wayne mit mir unbekannten – der
Rezeptionistin aber offensichtlich mit Vornamen bekannten Personen, abgebildet
war, fragte ich, wo denn die Zimmernummer zu sehen sei. Ich wollte ja wissen,
ob er wirklich für den unmöglichen Zustand des Fussbodens verwantwortlich war.
Sollte dem so sein, würde ich in Zukunft bei seinen Filmen noch schneller
weiterzappen. Aber solch Blasphemie hätte bei der Dame, die mit Wayne die
Schulbank hätte gedrückt haben können, sicher einen Rauswurf nach sich gezogen.
Also liessen wir es dabei.
OK,
kein Kaffee, kein Morgen … kein Internet, kein Morgen. Also wälzten wir den
Moab Fresschen-Guide bis wir auf etwas mit Frühstück, Angeboten unter 5000
Kalorien und Free WiFi stiessen, das „Mondo“! Wie gestern Abend wurde ich von
Alex dazu gezw.. äh überredet, den Weg auf die amerikanische Art zurückzulegen
… im Auto. Es könnten ja viele Kreuzungen zu überqueren sein und keine könnte
für Fussgänger ausgelegt sein. Das Gegenteil war natürlich der Fall … sind
unsere amerikanischen Gastgeber doch für Ihren Hang zum Spazierengehen bekannt!
Jedenfalls
gab es einen überteuerten Kaffee und einen Bagel … und Free WiFi. Danach ging
es mir dann auch gut und Alex konnte Ihre Bedenken bei Seite legen, es könnte
ein schlechter Tag mit mir werden.
Wir
begaben uns also zurück in unser „Motel“ und rüsteten uns wie folgt gemäß den
Richtlinien der Ranger des Arches Nationalparks aus: Jeder einen Rucksack
(Premiere), 15er UND 30er Sonnencreme, unsere genialen modischen Hüte (Alex´s
aus Ridgecrest, meiner aus Mexico City), Wasser abgefüllt aus Gallonen (aus
Ridgecrest – zwei für einen Dollar) mit dem Trichter (aus Tropic) in 8 mal 500ml
Flaschen (aus Modesto), durch diverse Nationalparks vorgestaubte Wanderschuhe.
So ausgerüstet begaben wir uns dann bei noch recht moderaten Temperaturen um
8:00 Uhr in den Arches Nationalpark. Vorhergesagt waren heute 96 Grad
Fahrenheit (Hätte ich Internet würde ich das auch in Celsius umrechnen).
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Delicate Arch Trail |

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Wir
hatten uns als erste Etappe den Marsch zum Delicate Arch vorgenommen, dem
inoffziellen Wahrzeichen des Staates Utah. Der Hike wurde als mittel bis schwer
angegeben und es wurde explizit darauf hingewiesen, dass es keinen Schatten
geben würde. Wir waren ja optimal ausgestattet. Gegen die anwesenden
Amerikaner, Franzosen und Russen kamen
wir uns eher vor wie Arved Fuchs und Reinhold Messner am Nanga Parbat. Wie
jemand dort hoch maschieren kann mit Badelatschen und einem Fingerhut voll
Wasser ist uns unklar geblieben, scheint aber auch geklappt zu haben (zumindest
der Hinweg). Wir jedenfalls waren froh, dass wir alle Hinweise befolgt haben. Trotz
des frühen morgens war der Aufstieg schon etwas anstrengend, obwohl wir es uns
deutlich schlimmer vorgestellt hatten. Wir erreichten den Delicate Arch auch
viel früher, als wir dachten. Kurz um eine Ecke – und schon waren wir da. Hier
hat die Natur ein spektakuläres Schauspiel arrangiert: Mitten in einer Art
Amphitheater steht ganz allein ein riesiger Bogen aus rotem Stein. Wir waren
total überrascht, wie groß der Arch war. Wir konnten ihn uns auch einige
Minuten ansehen, ohne ihn fotografieren zu müssen – jemand meinte, er müsse da
mal den Molli im Arch machen und sich 100 mal knipsen lassen. Der hatte wohl
den entspechenden Hinweis am Trail übersehen: „Die Leute kommen oft nur einmal
im Leben da hoch, lass sie alle ein Foto machen…“
Wir
suchten uns im Amphitheater ein schattiges Plätzchen und machten auch ein paar
hundert Bilder (aus einer nicht-störenden Entfernung, versteht sich). Wir
stellten uns dann noch in die Reihe deren an, die sich unter dem Bogen
fotografieren lassen wollten, machten dann auch jeder ein Bild und machten uns
an den Abstieg. Auf dem Rückweg, kurz vor dem Trailhead kann man noch ca. 400
Jahre alte Petroglyphen der Ute Indianer ansehen. Ebenso findet man dort auch
„Wolves Ranch“, die ein fusskranker Mann dort mitten im Nichts erbaute hatte,
weil ihm sein Arzt geraten hatte, sich in einem trockenen Klima niederzulassen.
Dazu kann ich gar nichts mehr sagen, 5 km weiter hätte er direkt am Colorado
River siedeln können …
Wir
sind dann noch zum View-Point gefahren. Von dort auch sieht man den Delicate
Arch nur von weitem. Die Wanderung lohnt immer und läßt sich – zuminest morgens
mit ausreichend Wasser – gut bewerkstelligen.
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Broken Arch Loop |

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Der Delicate Arch Trail hatte uns dank unserer guten Vorbereitung viel weniger Zeit und Kraft gekostet, als wir gedacht hatten. Geplant war, nach dem Delicate Arch zu sehen, wie fit wir noch sind und dann die nächsten Schritte zu entscheiden. Wir entschieden uns nach den 4,8 km Delicate Arch Trail noch für eine Kombination aus Broken Arch Loop und Sanddune Arch Trail (nochmal 3,2km). Der Weg führt vom Sanddune Arch Parkplatz (schon sehr voll um 11:30) relativ schnell zum Sanddune Arch, der mitten in einigen Stein-Slots versteckt ist. Dort kann man dann noch testen, wie weit man sich zwischen den Slots hindurchquetschen kann. Vom Sanddune Arch ging es dann weiter durch die Steppe zum Broken Arch, der dann auch recht schnell auftaucht. Das sind alles gigantische Gebilde aus Stein, die im Laufe der Zeit durch Wasser und Erosion ausgehöhlt worden sind. Beindruckende Skulpturen! Nach dem Broken Arch wurde der Trail doch recht anstengend – immerhin waren wir nun in der prallen Mittagshitze unterwegs und der Boden war extrem sandig. Man musste quasi jeden Schritt zweimal machen. Hier mitten in der zerklüfteten Prärie hätte es mich nicht gewundert, wenn Hoss und Pa um die Ecke geritten gekommen wären um Little Jo zu suchen. Zu sehen gab es neben einem Campingplatz noch einen nicht ganz fertigen Doppel-Arch (einer fertig, einer in Produktion). Als wir dann noch zwei Stunden wieder am Trailhead angekommen waren, waren wird doch recht erschöpft und von den 8 Flaschen war noch eine übrig.
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Viewpoint Hunting |

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Wir
beschlossen nun, alle leicht erreichbaren Viewpoint abzufahren und uns ganz
nach Landessitte aus dem mehr oder weniger fahrenden Fahrzeug mit Fotos zu
versorgen. Eigentlich hätten wir noch die Windows machen wollen (nochmal
1,6km), aber die aufziehenden Wolken hätten ja die „blaue Himmel Kulisse“
kaputt gemacht und damit hatten wir eine prima Ausrede gefunden. Wir haben dann
aber doch noch gegenüber den Double-O-Arch-Trail (800m) gemacht um dann
festzustellen, dass ich auch hier penetrante Ignoraten im Arch festgesetzt
hatten und sich auch nicht bewegen wollten. Ich habe versucht, mit gschickte
Stellung von Pflanzen und Steinen, die Menschen zu verdecken – hat wohl auch
ganz gut geklappt.
Danach
waren wir dann aber wirklich fix und fertig und rollten gemütlich zurück nach
Moab. Wir wissen ja jetzt, dass wir den Devils-Garden-Trail morgen früh
hinbekommen werden und dann haben alle wichtigen Arches gesehen und können noch
einen Abstecher zum Canyonlands Nationalpark machen.
In
Moab haben wir dann noch die Wasserreserven ausgefüllt und extrem teuere
Weintrauben gekauft um uns damit dann am „Pool“ unseres „Motels“ zu vergnügen –
natürlich nachdem wir eine erträgliche Ecke gefunden hatten. Die Hitze war mittlerweile
fast unerträglich. Was sind das für Leute, die bei so einem Wetter den ganzen
Tag Radfahren? Ich hatte mich wirklich darauf gefreut, aber das halte ich schlichtweg
für unmachbar und ich bin nicht ganz untrainiert. Vielleicht kann man sich an
die Hitze gewöhnen?
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Wrap up |

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Gefahrene Meilen: 60
Hotel: Apache Motel Moab (naja … sauber und für Moab günstig – keinerlei
Features).
Eindrücke Alex: Die Arches sind tolle
Steingebilde und es ist auch wieder ein völlig anderer Nationalpark als die
vorherigen. Ohne die Arches und auch die unterschiedlichsten Felsformationen
wäre die Landschaft allerdings etwas öde. Es waren heute tolle Wanderungen, vor
allem der Trail zum Delicate Arch hat sich gelohnt um diesen Arch zu sehen. Ich
bin leider nicht so sehr hitzeresistent und war dann doch richtig groggy nach
dem fast ganzen Tag im Arches NP. Die Erfrischung am Pool war da gerade richtig
und jetzt fehlt nur noch ein „fetter Burger“ um meine verbrannten Kalorien
wieder einzufahren ;-). Eindrücke Mike: Ein dann doch recht
anstrengender Tag, an dem wir viel mehr gemacht haben, als wir eigentlich
wollten – aber ohne uns zu verausgaben. Das läßt und für morgen etwas Luft. Ich
finde es ein wenig schade, dass wir nicht Mountainbiken können, das läßt die
Hitze einfach nicht zu (Morgens wollen wir ja noch die restlichen Arches sehen,
hehe). Moab ist schon ein nettes Nest, das Hotel könnte etwas besser sein – es
ist aber vor dem Memorial-Day Wochenende einfach nichts mehr zu bekommen und
130 Dollar die Nacht ist mir auch kein Holiday Inn Express wert. Da müssen wir
dem Teppich aus John Waynes Zeiten vorlieb nehmen.
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